Stellvertretender Dekan unserer Fakultät, Doç. Dr. Mehmet Soytürk, bewertete EU-Entwicklungspolitiken bei TİKA
Stellvertretender Dekan unserer Fakultät, Doç. Dr. Mehmet Soytürk, bewertete EU-Entwicklungspolitiken bei TİKA
Doç. Dr. Mehmet Soytürk, stellvertretender Dekan der Fakultät für Wirtschafts- und Verwaltungswissenschaften an der Türkisch-Deutsche Universität sowie Dozent im Fachbereich Politikwissenschaft und Internationale Beziehungen, nahm am 31. März 2026 als Referent an der Podiumsdiskussion mit dem Titel „Entwicklung“ teil, die in Zusammenarbeit mit der Türkische Agentur für Zusammenarbeit und Koordination (TİKA) und der Türkei-Forschungsstiftung (TAV) organisiert wurde.
Die Veranstaltung fand sowohl im Hauptgebäude von TİKA in Ankara als auch online statt und erreichte ein breites Publikum, darunter auch Vertreterinnen und Vertreter der Institution aus verschiedenen Ländern.
Von Hilfe zu einem strategischen Instrument: Die Transformation der EU-Entwicklungshilfe
In seinem Vortrag mit dem Titel „Die Transformation der EU-Entwicklungshilfe im politökonomischen Pendel“ analysierte Doç. Dr. Soytürk die Entwicklungspolitiken der Europäischen Union aus historischer Perspektive. Dabei betonte er, dass sich die Außenhilfen der EU über eine rein humanitäre Funktion hinaus zu einem bedeutenden außenpolitischen Instrument entwickelt haben, das sich an strukturelle Veränderungen im internationalen System anpasst.
Die zentralen Phasen lassen sich wie folgt zusammenfassen:
- Postkoloniales Erbe: Beziehungen im Rahmen des Lomé-Systems
- Partnerschaft und Konditionalität: Integration demokratischer Standards und guter Regierungsführung in die Entwicklungshilfe
- Geopolitische Transformation: Zunehmende Verflechtung der Entwicklungspolitik mit strategischem Wettbewerb und Sicherheitspolitik durch Initiativen wie „Global Gateway“
Gleichgewicht zwischen normativer Macht und rationaler Strategie
Doç. Dr. Soytürk bewertete die Entwicklungshilfe der EU im Rahmen eines akademischen Ansatzes und hob das Spannungsverhältnis zwischen dem Konzept der „normativen Macht“ und den „strategischen Interessen“ hervor. Auf Grundlage empirischer Analysen zeigte er, dass Entwicklungspolitiken heute nicht nur sozioökonomische Unterstützung leisten, sondern auch eng mit geostrategischen Zielen wie der Steuerung irregulärer Migration und der Sicherung regionaler Stabilität verbunden sind. In diesem Zusammenhang wurde die Entwicklungshilfe als ein funktionales Instrument zur Stärkung der regionalen Sicherheit der EU als globaler Akteur hervorgehoben.
Akademische und institutionelle Zusammenarbeit
Die Podiumsdiskussion, an der Vertreterinnen und Vertreter von TİKA, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie politische Entscheidungsträger teilnahmen, stieß auf großes Interesse. Insbesondere die theoretischen und empirischen Ausführungen von Doç. Dr. Soytürk fanden breite Aufmerksamkeit. Die Veranstaltung, bei der unsere Fakultät auf der Ebene des stellvertretenden Dekans vertreten war, leistete einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der akademischen Zusammenarbeit und des Wissensaustauschs zwischen unserer Universität und öffentlichen Institutionen.